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japanische Notizen ...
 

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Radler-Ausruestung

Warum ein eigenes Rad mit nach Japan "schleppen" ?

Hauptsaechlich deshalb, weil man dann weiss was man hat und keine Zeit mit "Besorgen" verschwenden muss. Das kann viel Zeit kosten, weil Mountainbikes und Ueberlandfahrten mit dem Fahrrad in Japan kaum bekannt bzw. ueblich sind - Japaner benutzen fast ausnahmslos Fahrraeder mit Lenkerkorb zum Einkaufen oder als Pendler zur Fahrt zum Bahnhof.


             die Standardmodelle in Japan mit 15 bis 20 kg Gewicht sind fuer weite Strecken und Zugtransporte weniger geeignet

Als "Minimalist" war es mir zumindest moeglich mein eigenes Rad ohne gewichtsbedingte Zusatzkosten im Flugzeug zu transportieren.

Bei meinem geplanten Tagespensum von bis zu 120 km wollte ich sowieso nicht mehr als hoechstens 20 bis 25 kg ( inclusive Rad) durch die Gegend bewegen ... Ein hochwertiges MTB von max 12 kg musste also in einen Packsack, den man relativ bequem umhaengen kann und der auch in japanischen Zuegen beim Fahrradtransport vorgeschrieben ist. Auf diese Weise eruebrigt es sich auch einen Riesen-Pappkarton nach der Landung am Flughafen zu entsorgen und beim Rueckflug wieder zu beschaffen ...

Vorsicht beim Souvenirkauf !   Ubergepaeck kostet je nach Fluglinie saftige Gebuehren bis zu 50 US$ pro kg !
Bei 12 kg Fahrradgewicht bleiben dann noch ca 11 kg fuer sonstige Ausruestung und ggfs. 5 kg ( Handgepaeck ) ohne Zusatzskosten.

Fuer den Transport im Flugzeug habe ich sicherheitshalber beide Laufraeder ausgebaut und alle empfindlichen Teile mit Schaumstoffpolster geschuetzt. ( Bauhaus: Installations-Isolierrohre ) -

Achtung: fuer den Flugzeugtransport sollte man einen Grossteil der Luft aus den Reifen ablassen !


                                         Wer weiss wie das teure Teil bei den Airlines "rumgeschmissen" wird ...

Fuer eine Fahrt in japanischen Zuegen reicht es, das Vorderrad auszubauen, die Pedale abzuschrauben !  und den Lenker quer zu stellen.
( Schluessel und event. extra Beutel fuer die Pedale und die Schrauben mitnehmen! ). Ich habe diese Verpackungsprozedur trainiert und es schliesslich in einer Zeit von weniger als 15 Min. geschafft. ( Sehr hilfreich sind dabei mehrere stabile Spanngummis und grosse Klettbaender um die sonst losen Teile fest miteinander zu fixieren )

Wenn man dann auch auf Seitentaschen verzichten kann, die bei den engen Strassen und besonders in Tunnels durchaus gefaehrlich sein koennen, dann funktionert der gelegentliche Bahntransport und die "Packerei" gleich noch besser ! Ich habe mir lediglich eine ausschliesslich an der Sattelstange befestigte Zusatztasche gegoennt, die mitsamt dem Sattel (mittels Schnellverschluss) leicht abzunehmen bzw. versenkbar war und die auch noch im Packsack Platz hatte.

Mit meinem ganzen Gepaeck - also umgehaengter Fahrradtasche ( in der auch noch Helm, Zelt und Matte Platz hatte ) , mit meinem Rucksack sowie einer kleinen Umhaengetasche ( fuer Foto/Geld usw. ) konnte ich sogar  - bei stressigen Situationen ... eine kleinere Strecke im Laufschritt zuruecklegen ! 

Ich hatte auch immer eine Hand frei ( fuer Tuergriffe oder fuer den Fahrschein an autom. Schranken ) und konnte so auch leicht die in Japan zahlreichen, steilen Treppen ( Ueberfuehrungen ) ueberwinden. Es ist auch sehr angenehm, wenn man sich in den meist voll besetzten Zuegen nur um 2 Gepaeckstuecke kuemmern muss ( Radsack und Rucksack ), weil es dann flott geht beim Ein- und Aussteigen und man andere Fahrgaeste ( und den Schaffner ) nicht uebermaessig belaestigt.


                                  wenn der Zug kommt braucht man nur 2 -  (und nicht 7)  Sachen zusammensuchen ...

Ersatzteile fuer Reparaturen sind u. U. schwer zu finden ( ausser Schlaeuche, Bowdenzuege usw. ) die es in "normalen" Fahrradlaeden und auch in Kaufhaeusern oder den allseits beliebten "100Yen-Shops" gibt. Aber wenn man z.B. wie ich Scheibenbremsen am Rad hat, dann muss man vorsorgen! Ich habe Ersatzbremsbelaege und sogar ein komplettes "Set" zur Hydraulik-Entlueftung im Rucksack mitgenommen und  ... jawohl ...  leider auch gebraucht !

Es ist von Vorteil diese Prozedur einmal zu Hause zu ueben, die Anleitung zu lesen und z.B. auch die Luftpumpe auf Tauglichkeit zu ueberpruefen. ( verschiedene Ventilsortenadapter mitnehmen )
Auf weiter Strecke beim Fahrradflicken festzustellen, dass der Vulkanisierkleber eingetrockent ist ... kann einem den Tag versauen !


            selbst Fahrraeder im Packsack sind hier ein "unpraktischer Fremdkoerper" ( eigene Fahrrad-Abteile gibt es in Japan nicht )


Jetzt noch eine Anmerkung zu Mountainbikes in Japan ...

Weil der "Durchschnittsjapaner" mit einem Sportgeraet wie Mountainbike nix am Hut hat, werden diese als "schmutzige Verkehrsmittel" angesehen, die man in viele Regionen ( wie z.B. auch Motorraeder ) nicht mitnehmen darf. Die Vorstellung, dass manche freaks ihr "heiliges bike" sogar mit aufs Zimmer nehmen und jeden Tag putzen und pflegen ist  fuer Japaner unvorstellbar - geradezu grotesk.

Es ist also durchaus normal, dass man z.B. in Parks oder weiten Tempelarrealen wo sogar kleine Traktoren (oft sogar auch Autos) unterwegs sind von "Park-Rangern" ganz aufgeregt darauf hingewiesen wird, dass hier Fahrraeder nicht erlaubt sind !

Sie duerfen nicht mal geschoben und auch nicht getragen werden! Als Mountainbike-fan, der sein Sportgeraet liebt und pflegt muss ich zugegeben, dass ich da schon manchmal nahe "am Ausrasten" war ... Aber die Leute meinen es nicht boese und bieten sogar hauefig an das "wertvolle" Rad des Auslaenders persoenlich zu bewachen.

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